Es war kurz vor 13 Uhr gestern, als die Beamten einen Schüler der Albrecht-Dürer-Schule festnahmen. Der 18-Jährige hatte, so die Polizei, über das soziale Netzwerk Facebook angekündigt, eine Revolution machen zu wollen. Ein Schüler bekam dies mit und wandte sich an seinen Klassenlehrer.
Der Klassenlehrer rennt daraufhin zur Schulleitung, die selbstverständlich unverzüglich die Cops ruft, welche dann nach dem Revoluzzer fahndet und ihn in Gewahrsam nimmt, um ihn zu verhören. Das alles ohne den Jungen zu kriminalisieren, versteht sich. Die verängstigten und verunsicherten Schüler werden noch in der Schule von “geschulten” Polizeibeamten behandelt, bevor sie nach Hause zu ihren bereits alarmierten Eltern entlassen werden. Außerdem wird ein Schulpsychologe in den kommenden Tagen das Gespräch mit den Schülern suchen und finden.
Welche strafrechtlichen Konsequenzen auf den Umstürzler zukommen, ist noch nicht klar. Der Strafrahmen reicht von einer Ermahnung bis hin zu einer Jugendstrafe von bis zu zehn Jahren. Ohne ihn zu kriminalisieren versteht sich.
„Bei Letzterem müssten jedoch schädliche Neigungen vorliegen“, sagte Hartmut Ferse, Sprecher der Staatsanwaltschaft Wiesbaden auf Nachfrage der FR. Jeder Fall werde individuell betrachtet. Stichwort “Revolution”.
Deutschland wie es leibt und lebt. Unglaublich.
#1 von Muriel am 27. Januar 2012 - 13:27
Und unten drunter steht auch gleich im obersten Kommentar, die eigentlichen Verbrecher wären ja “die Ackermänner”.
Hach.
#2 von FDominicus am 28. Januar 2012 - 13:32
Revoluzinär sein ist immer dann am Besten wenn der alte Status gerade ersetzt wird. Dann gehört man nämlich zum Gewaltmonopol und das lässt sich dann fein nutzen um andere nach Strick(h) und Faden fertig zu machen… Die Fallbeile laufen speziell zu diesen Zeiten heiß.
#3 von Daniel Drungels am 31. Januar 2012 - 12:29
Du meinst wohl, es ist immer besser zu revoltieren, als durch eine Revolution entmachtet werden. Dem kann wohl jeder zustimmen.
Während einer Revolution gibt es allerdings kein Gewaltmonopol. Während der Revolution stehen die Gewalttäter miteinander im Wettbewerb. Erst nach der Revolution wird Gewalt in den Händen der neuen Herrscher monopolisiert.